Fachausbildung Klassische Chinesische Medizin

Wochenendausbildung

Beginn: September 2018

 

Diese Ausbildung wurde speziell entwickelt um Fachkräfte zu schaffen, die fähig sind, eine individuelle Anamnese der Chinesischen Medizin durchzuführen, sie zu verarbeiten und auf dieser Grundlage eine spezifische, ganzheitliche Beratung für einen Klienten zu entwickeln.
Es wird gelehrt wie innere Aspekte (wie z.B. Vitalität, Konstitution,  Schlafverhalten, Verdauung, die Art der Nahrung, die Beschaffenheit der Zunge, der Puls,  Zeichen im Gesicht,…) in Relation zu äußeren Aspekten (wie Lebensweise, Tätigkeit, Klimazone, Jahreszeit, u.a.) gesetzt und differenziert werden.     

 

Beraten wird dann hinsichtlich:

  • Lebensziele, Lebensweise / Lebensorganisation
  • Ernährung (Nahrungsauswahl, Zubereitung, Rezepte zur Gesundheitsstärkung)
  • Relation von physischer und mentaler Belastung und Ruhe
  • Schlaf
  • Emotionen
  • Regulierende und tiefenmassierende Übungen (Medizinisches Qigong)
  • Lebensumgebung
     

Diese dreijährige Teilzeitausbildung bildet eine solide Grundlage zur Gesundheitsberatung im Sinne der Chinesischen Medizin und gleichzeitig die fachliche Basis für ein mögliches Weiterstudium der therapeutischen Bereiche der Chinesischen Medizin.

 

Das Ausbildungsprogramm wird an der Thammavong Schule in Neustrelitz durchgeführt. Unsere Schule kann auf über 25 Jahre Unterrichts- und Beratungserfahrungen auf dem Gebiet der Chinesischen Medizin zurückblicken.

 

Andreas Kühne, Leiter der Ausbildung, Vorsitzender der „German Qigong Association“, Lehrer für Chinesische Medizin, Qigong und Kung Fu, wurde bei Meister Kaikham Thammavong ausgebildet. Anschließend studierte er Chinesische Medizin und Qigong an der „East West Academy of Healing Arts“ unter der Leitung von Dr. Chow in San Francisco, USA, am Lotos Institute, Kalifornien, sowie an der Xi Yuan – Klinik für Chinesische Medizin, Peking, China und besuchte Weiterbildungen in England, China und Deutschland.

 

Wie unterscheidet sich der Schulmedizinische Wissenschaftsansatz von dem der Chinesischen Medizin?

Die westliche Schulmedizin basiert auf einer organisch, physiologischen Menschbetrachtung, was sich in einer messtechnischen Diagnose (Labor, Röntgen, EKG, CT, MRT,...) und strukturkorrigierenden Therapien widerspiegelt. Dieser Ansatz ist in seinem kausal-analytischen Rahmen sehr objektiv und schnell, definiert aber den individuellen Menschen über festgelegte Messwerte. Genau das wirkt sich bei der akuten Medizin (z.B. ein Verkehrsunfall mit inneren Verletzungen) als große Stärke aus.
Bei chronischen Erkrankungen, Symptomen ohne Befund, als auch bei der Prävention werden aber Grenzen dieser Herangehensweise deutlich, was in fachbereichlich isolierten Therapieansätzen, abnehmender Eigenverantwortung bzw. Kompetenz der Bevölkerung  und nicht selten in medien- bzw. marktgesteuertem Ernährungsverhalten münden kann.
Beim ständig zunehmenden Angebot an Informationen und Hinweisen der analytischen Wissenschaft mit unterschiedlichem Verfallsgrad ist es schwer, diese Aussagen kompetent zu relativieren, einzuordnen und in einem individuellen Maß anzuwenden. 

 

Die Klassische Chinesische Medizin (CM) basiert auf einem alternativen Wissenschaftsansatz und bietet eine funktionale (konditionale) Menschbetrachtung, bei der die menschlichen Lebensfunktionen und Prozesse in Wechselwirkung zueinander und zur Umgebung beschrieben und in einer momentanen Relation von Substanz- und Vitalitätsaspekten ausgedrückt werden.
Diese Prozesse sind damit nicht an Messdaten koppelbar, so dass es auch zu keinem Vergleich mit „Sollwerten“ und entsprechenden Folgen kommen kann.
Vielmehr wird ganzheitlich nach individuellen, funktionalen Disharmonie-Mustern gesucht. Die Frage lautet in etwa: Welcher Prozess läuft unter welchen Bedingungen ab, dass sich dieses Problem manifestiert? Beratungen und Therapien zielen dann auf die Regulierung dieser Prozesse und Bedingungen ab.
Eine Anamnese in der Chinesischen Medizin ist dadurch mehr subjektiv und stark abhängig von der Kompetenz des Beraters.
Gute Fachkenntnis vorausgesetzt ist das Ergebnis aber sehr spezifisch und eröffnet konkrete, praktische Wege zur Regulation des ganzen Menschen, welche vom Betroffenen vollkommen nachvollziehbar sind, dessen Mitarbeit erfordern und so aktive Verantwortung für die eigene Gesundheit entwickeln.

 

Aufgrund der jeweiligen Grenzen und Möglichkeiten beider Medizinansätze gibt es rein fachlich keinen Konkurrenzkampf, sobald man die Art der ansatzmäßigen Verschiedenheit und das sich somit gegenseitige Unterstützen begreift. Die heutige gesellschaftliche Situation erfordert die Leistung beider Systeme.

 

 


Inhaltliche Schwerpunkte des Kurses

 

Theoretische Grundlagen der Chinesischen Medizin

  • Geschichtlicher Hintergrund, heutige Situation in China und Europa
  • Philosophische Grundlagen (Wu, Wu Wei, Dao)
  • Konditionaler Wissenschaftsansatz
  • Qi – und Yin/Yang – Konzept, 5 Wandlungsphasen (Wu Xing)
  • Grundlegende Betrachtungsebenen (Qi, Xue, Shen, Jing, Jin/Ye)
  • Funktionskreis- und Leitbahnsystematik (funktionale Menschbetrachtung aus der Yin/Yang - Sicht)
  • Quellen der Disharmonie, Disharmonie-Entwicklung (äußere Einflüsse, Emotionen, Lebensweise, Ernährung, physische und mentale Belastung, Trauma,…), Disharmonie-Dynamiken
  • Wechselwirkung der Zeichen und Symptome (Beobachtung, Befragung, Betasten, Hören/Riechen) – Gesichtsdiagnose, Zungendiagnose, Pulsdiagnose
  • Identifizierung eines Disharmonie-Musters (gemäß 8 Leitkriterien; Qi, Xue, Jin/Ye, Zang Fu)
  • Harmonisierungsprinzipien, Strategien und Wege der Regulierung
  • Diskussion häufiger Syndrome

 

Lebensweise

  • Lebensinhalt und Richtung
  • Bewusstheit und Entscheidungskompetenz
  • Tun und Verantwortung
  • Struktur und Organisation
  • Verhältnis von Planung und Spontaneität
  • Mentaler Ballast
  • Zusammenhang Vitalität und Persönlichkeit

 

Ernährung im Sinne der Chinesischen Medizin

  • Auswahl der Nahrung, Transformation, Assimilation, Ausscheidung
  • Ernährung bezogen auf: Klimazone, Jahreszeit, Konstitution, physische/mentale Aktivität, Lebensweise, individuelles Maß, individuelles Muster, Zubereitung
  • regionale Heilkräuter für die Küche und Hausapotheke im Sinne der Chinesischen Medizin, Zubereitung von Stärkungssuppen
  • für mehr Aspekte zu Ernährung siehe auch unter „Ernährungsberater der Chinesischen Medizin“

 

Wandlungen der Emotionen

  • substanzielle und funktionale Aspekte der Emotionen
  • Ursprung, Wesen und Dynamik der Emotionen
  • Wirkungen der Emotionen auf das Funktionskreisgefüge
  • emotionale Muster (konstitutionell und erworben)
  • die 10 emotionalen Trennungsphasen

 

Aktivität, Ruhe und Schlaf

  • Wechselwirkung der Vitalitätskultivierung und Substanzaufbau
  • individuelle Rhythmen und Regenerationsphasen
  • Regenerationsförderung

 

Wirkungen der Umgebung auf Vitalität und Substanz

  • Klimazone, Jahreszeit, Tageszeit
  • Wohnumgebung, Arbeitsumgebung
  • Objekte und Einflüsse in der Umgebung

 

Tiefenregulierende Übungen (Medizinisches Qigong)

  • 18 Übungen des Boddhidarma zur Regulierung von Körperstruktur und Vitalität
  • Sitzende und Stehende Meditation
  • Qigong der 5 Tiere
  • Qi- lenkende Übungen (Taiji – Qigong)
  • Spezifische Struktur- und Funktionskreisübungen
  • Qigong für Kinder

  

Außerdem

  • Konstitutionslehre
  • Beratungsmethodik und Gesprächsführung
  • Fallstudien
  • Hausarbeiten
  • Supervision

Einsatzmöglichkeiten:

Therapeutische Praxen, Kureinrichtungen, Rehabilitationskliniken, Hotels mit Wellness – Bereich, Psychosomatische Kliniken, Beratungseinrichtungen, Gesundheitswirtschaft  

 

Organisation der Ausbildung:

3 Ausbildungsblöcke zu jeweils einem Jahr mit:

164 Unterrichtsstunden aufgeteilt auf 140 Ust. als Seminare

(ein Wochenende pro Monat, Samstag 09.00-17.00 Uhr und Sonntag 09.00-14.00 Uhr, außer Juli/ August) und 3 Tage zu je 8 Ust. verteilt im Jahr als Supervision. (flexible Kleingruppen) + 20 Ust. Übepraxis

Gesamtausbildungszeit nach 3 Jahren: 552 Unterrichtsstunden


Orientierung:

Um einen Eindruck unserer Schule zu bekommen, weitere Fragen zur Ausbildung zu klären und sich kennen zu lernen, würden wir uns freuen, Sie vorab zu einem persönlichen Gespräch in unserer Schule begrüßen zu können.
(keine Bedingung) 

Zur Anmeldung kontaktieren Sie bitte unser Büro.


Unterbringung:

Falls Sie eine Übernachtungsmöglichkeit in Neustrelitz benötigen, können wir Zimmer im Stadtzentrum vermitteln. Die Kosten für diese Unterbringung sind nicht im Seminarpreis enthalten.

Sie können aber auch kostenfrei in unserer Schule, im Übungsraum, übernachten.


Kosten:

monatliche Ausbildungsgebühr: 190,00 €


Referenten:

Andreas Kühne, Leiter der Thammavong Schule, G.Q.A. e.V., W.Q.F.

Dajana Koch, G.Q.A.

Felix Fechner, G.Q.A.

Thomas Gesche, G.Q.A.

 

Abschluss:

Qualifiziertes Zertifikat nach bestandener mündlicher und schriftlicher Abschlussprüfung.

Zulassungsbedingungen zur Prüfungsteilnahme: vollständige Stundenanzahl, Anfertigung aller schriftlichen Hausarbeiten.

Wenn Sie ein Seminar aus zwingenden Gründen verpassen sollten, besteht die Möglichkeit, Nachholstunden zu buchen (nicht in der Ausbildungsgebühr inbegriffen).

Dieser oder ein gleichwertiger Abschluss ist die nötige Voraussetzung für eine mögliche Teilnahme an weiterführenden Ausbildungen an unserer Schule (z.B. „Tuina-Massage der Chinesischen Medizin“, „Heilkräuter der Chinesischen Medizin“). Außerdem ist mit diesem Abschluss eine Mitgliedschaft im Fachverband „German Qigong Association“ e.V. möglich.

Praktika in China, Engand und Deutschland können vermittelt werden.